Kultur und Bass statt Stadtautobahn und Beton – Demonstration und buntes Programm von Regensburger Klimagruppen im Bündnis „Bass gegen Beton“. Protest für eine Stadt Regensburg, die Grünflächen, ein umfangreiches ÖPNV-Netz und urbanen Raum zum Leben priorisiert und nicht weiter auf Betonwüsten mitten in der Stadt setzt. Auf der Veranstaltung am Sonntag werden außerdem Unterschriften gesammelt für das Bürger*innenbegehren von „MOBILITÄT neu denken – ohne Sallerner Regenbrücke“, um so den Bau der Brücke zu verhindern.
„Diese Brücke zu bauen, samt Ausbau der Nordgaustraße, wäre ein riesengroßer Fehler. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir wollen keine Stadt, die Verkehrsentscheidungen von vor 70 Jahren durchsetzt. Wir wollen eine Stadt, die auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht, die jetzt hier leben. Und dazu zählt sicherlich nicht, eine Stadtautobahn quer durch Regensburg zu walzen oder noch eine Brücke zu bauen, die uns nur mehr Lärm bringt. Wenn wir wollen, dass Regensburg nicht immer heißer wird, dann müssen wir aufhören, tonnenweise Beton zu nutzen und unsere grünen Flächen zu roden“, fordert Yara vom Bündnis.
In Regensburg ist der Widerstand gegen das fossile Großprojekt deutlich zu spüren. Mehr als 20 Organisation sind Teil des Bündnisses „MOBILITÄT neu denken – ohne Sallerner Regenbrücke“, welches auch das zugehörige Bürger*innenbegehren initiierte. Dies zeigt deutlich, dass Regensburg nicht länger eine Autostadt sein möchte. Veränderung muss passieren: Breitere, und vor allem mehr Fahrradwege, ausgebauter ÖPNV, der nicht an seine Leistungsgrenzen stößt. Lösungen sind vorhanden. Jetzt braucht es nur noch den Willen seitens der Stadt, diese auch umzusetzen, statt sich in jahrzehntealten Projekten zu verrennen.
„Politik des vergangenen Jahrhunderts fortzusetzen, wird die Probleme der Gegenwart nicht lösen. Die Klimakatastrophe ist das zentrale Problem des 21. Jahrhunderts – da wir das jetzt schon einige Jahre wissen, sollten wir auch endlich anfangen, danach zu handeln. Wir haben keine Zeit mehr. Wir müssen jetzt klug vorgehen. Und dazu gehört nicht, weiter auf fossile Großprojekte zu setzen, die das Auto stärken. Also raus aus dem motorisierten Individualverkehr und rein in eine Verkehrswende für alle!“, fordert Jona Hildebrandt vom Bass gegen Beton Bündnis.
Das Bündnis Bass gegen Beton veranstaltete bereits ein Protestfest samt Fahrraddemo, Redebeiträgen und Kulturprogramm am Regenufer und zieht jetzt weiter in den Osten der Stadt, an die Landshuter Straße, die durch den Bau der Brücke und Ausbau der Nordgaustraße gefährdet ist, zu einer Stadtautobahn zu werden.
Die Demo startete am Samstag, 11.10. um 15:30 Uhr am Hbf Nord und lief dann in den Ostpark in der Landshuterstraße, wo es ab 16 Uhr neben zahlreichen Redebeiträgen Auftritte folgender Regensburger Künstler*innen gab: Lenzelot, Brew Berrymore, Riesenlauch, Mondkater, Dreqzau
Teil des Bündnisses sind unter anderem die Regensburger Ortsgruppen von:
- Die Linke
- Fridays for Future
- Greenpeace
- Grüne Jugend
- KüfA
- Linksjugend solid
- MOBILITÄT neu denken – ohne Sallerner Regenbrücke
- Widerstandskollektiv
