Twitter Logo Instagram Logo Facebook Logo YouTube Logo

Offener Brief vom 04. Juli 2019

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer, Sehr geehrter Herr Bürgermeister Huber; Sehr geehrte Frau Landrätin Schweiger, Sehr geehrte Stadt-, Kreis- und Bezirksrät*innen;

Sehr geehrte Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, der REWAG und des RVV und RVB, Sehr geehrte Entscheidungsträger*innen in Handwerk und Industrie in Regensburg;

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Liebe Menschen!

Dies ist ein offener Brief. Wir werden uns nicht verantwortlich machen für eine solch fehlgeleitete Politik. Aufgrund Ihrer fehlenden Visionen, liebe bunte Koalition, in den letzten fünf Jahren und der Ihren, liebe CSU, in den Jahren zuvor sind wir jetzt in einer solch verfahrenen Situation. Niemand scheint in dieser Region in der Lage zu sein, politisch Verantwortung übernehmen zu wollen. Niemand hat sich im Zuge der Vorberichterstattung zum 05.07. öffentlich geäußert: "Die jungen Leute haben Recht. Es wäre in unserer Kompetenz gelegen, eine Situation zu schaffen, in der es nicht zu solch einer Großdemonstration kommen müsste."

Nicht wir von Fridays for Future tragen die Verantwortung für Freitag,

Nicht wir tragen die Verantwortung für mögliche Umsatzeinbußen jetzt, in der Vergangenheit oder in der Zukunft.

Nicht wir sind verantwortlich für eine Politik, die in den letzten Jahren vollkommen fehl gesteuert hat und uns alle in eine solch schlechte Ausgangslage für die Zukunft gebracht hat.

Sie sind es, liebe Politiker*innen. Sie und unsere weiteren Adressaten sind verantwortlich für Bodenerosion, extreme Wetterereignisse, gesundheitsgefährdende Feinstaubkonzentrationen in der Luft, Wohnraumverknappung, Flächenversiegelung, Bienensterben, Lichtsmog, verschwindende Artenvielfalt, Überdüngung der Böden und der Gewässer, Nitratbelastung des Grundwassers – unser derzeitiges Verhalten gefährdet unsere natürliche Lebensgrundlage. All das zeigt uns von Fridays for Future: Wir müssen dringend handeln. Offenbar ist Ihnen bislang nicht klar, wie gewaltig die Auswirkungen Ihrer aktuellen Tatenlosigkeit in der Zukunft sein werden. Viele von uns dürfen nicht wählen, doch wir sind die zukünftigen Leidtragenden der aktuellen Tatenlosigkeit! Wir sind, anders als offenbar Sie und weitere Entscheidungsträger in dieser Region nicht gewillt, Hitzewellen und Dürreperioden, Überschwemmungen und Nahrungsmittelverknappung durch Ernteausfälle tatenlos in Kauf zu nehmen und fordern deshalb endlich eine radikale Wende in allen Bereichen des Lebens – Bildung, Mobilität, Wohnen, Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe, Konsum und Produktion!

Da bisher bei weitem nicht genug getan wird – um nicht zu sagen: da es bisher die Verantwortlichen nicht geschafft haben, die Rettung unserer Lebensgrundlage einzuleiten, geschweige denn dazu gewillt wären, diese gefährlichen Trend umzukehren, sehen wir – junge Menschen unter dem Dach der Umwelt- und Klimaorganisation Fridays for Future – uns gezwungen, Sie und euch dazu aufzufordern, endlich tätig zu werden und diese Probleme zur höchsten Priorität zu machen und unsere Umwelt und Lebensgrundlage zu retten.

Deshalb fordern wir:

  1. von Stadtrat und Kreistag, die Forderungen des Bürgerbegehrens „Radentscheid" direkt zu übernehmen;
  2. kosten- und emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr auf Straße, Schiene und Wasser und einen Stopp für große Investitionen in den motorisierten Individualverkehr;
  3. Innerorts Tempo 30 in Regensburg;
  4. Plus-Energie-Standard in der Bauleitplanung sowie eine höhere Sozialquote beim Wohnungsbau;
  5. von allen Immobilienbesitzer*innen, insbesondere von den großen Playern mit besonders ausgedehnten Dachflächen (wie BMW, Maschinenfabrik Reinhausen, Continental, Krones, Osram, Siemens, Infineon und Industrie- und Handelskammer und nicht zuletzt der Region Regensburg), Solaranlagen auf allen Dächern und Parkplätzen zu errichten;
  6. Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED bis Ende 2020;
  7. mehr Grün- und Wasserflächen sowie essbare Pflanzen in öffentlichen Grünflächen und das Freihalten thermischer Entlastungsräume, um Hitzewellen abzufangen;
  8. von der öffentlichen Hand und dem Studentenwerk, nur noch nachhaltiges Essen (biologisch erzeugt, regional, vorwiegend vegetarisch-vegan) anzubieten.

Wir brauchen eine grundlegende Wende in der Gesellschaft– eine neue Mobilität, die es uns allen ermöglicht, emissionsfrei von Zuhause in die Schule, Arbeit oder Uni zu kommen; ein neues Verständnis von Ernährung – nämlich Essen, das uns satt und zufrieden macht, ohne die weltweiten Ressourcen drastisch auszubeuten; eine erneuerbare Energieerzeugung aus Wind- und Sonnenstrom, die nicht länger auf fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl setzt; und nicht zuletzt ein neues Miteinander, denn glücklich werden Menschen nicht durch den Konsumwahn, sondern durch Beziehungen: zur Natur, zu Tieren und zu ihren Mitmenschen. Nur durch ein solches Umdenken – weg vom irrsinnigen Konsum, hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft – haben wir überhaupt eine Chance gegen die Klimakatastrophe!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Wenn Sie in den letzten Wochen über unsere Aktionen und Demos wütend waren, bitte fragen Sie sich, warum wir demonstrieren. Fragen Sie sich: Wer hat uns in diese Situation gebracht? Wer zwingt uns unsere wichtige Bildungs- und Freizeit dafür zu investieren, den Planeten und damit unser aller Lebensgrundlagen zu retten? Es gibt nur eine Antwort darauf.

Und ja, natürlich wird Sich auch jede*r einzelne verändern müssen, aber es ist leider nicht mit flexitarischer Ernährung und ein bisschen weniger Stromverbrauch. Es braucht substantielle Veränderungen an den Rahmenbedingungen. An diesem Punkt versagt nicht nur unsere aktuelle und vergangene Bundespolitik, sondern auch unsere Stadtpolitik.

Frau Malz-Schwarzfischer, Frau Schweiger Wir rufen explizit Sie dazu auf: Verstecken Sie sich nicht mehr weiter hinter irgendwelchen Ausreden! „Geht nicht" darf es nicht mehr geben! Übernehmen Sie endlich die Verantwortung, die Ihnen und ihrer Partei die Wähler*innen gegeben hat und wieder geben soll.

Jede Person oder Partei, die im März zur Wahl steht, sollte sich fragen, ob sie dieser Verantwortung gewachsen ist und diese richtungsweisenden Aufgaben übernehmen kann, auch einmal unbequeme Entscheidungen zu treffen – oder ob es dabei bleiben wird, die verfehlte Politik, die uns in diese Lage gebracht hat, fortzusetzen.

Heute und am 05.07.2019 in unserer interaktiven Demo- und Protestaktion inklusive Straßenfest „Future for Regensburg" teilen wir mit Ihnen und mit euch unsere Vision einer vielfältigen, aber vereinten Gesellschaft, in der alle Menschen gemeinsam Schritte in eine neue Zukunft gehen – eine Zukunft der grünen Agro-Kultur statt einer unsere Lebensgrundlagen zerstörenden Land-Wirtschaft, mit einer sauberen Luft, nachhaltiger Nahrungsmittelerzeugung, einer sicheren und sauberen Mobilität und nicht zuletzt ganz viel Solidarität.

Wir laden euch und Sie dazu ein, mit uns in den Dialog zu treten!

Rückfragen per Mail oder telefonisch (017645942359)

Gezeichnet

Fridays for Future Regensburg


 
Diese Seite enthält nur statisches HTML und minimiert dadurch den Energieverbrauch des Servers!